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Montag, 20. Juli 2015

Sicily, last stop: Eine Fahrradtour auf Favignana

Ciao Ihr Lieben!

Genauso schnell wie Melancholie wieder verfliegen kann, so schnell war auch der Nebel verflogen. Am Vortag noch in einer weißen Wüste verschwunden, strahlte mir die Sonne in Trapani an diesem Morgen richtig brutzelig ins Gesicht. Ein perfekter Tag für einen Inselausflug! Und ein noch perfekterer Tag zum Fahrrad fahren! Also fix hinüber hoppen nach Favignana mit der Schnellfähre - dort kann man sich für eine handvoll Euros am Tag ein Rad mieten und das mini Mittelmeergoldstück erkunden.

Ich nehme Euch natürlich mit auf meine Tour und rate Euch: Besucht unbedingt Favignana und fahrt von Bucht zu Bucht, genießt das maledivische Wasser und lasst Euch den Wind durch die Haare blasen auf den gemütlichen Straßen vorbei an hageren Kühen, einsamen Ferienhäusern und weiten Feldern. Meine Plädoyer für Favignana ist auch schon beendet. Die Fotos kicken Euch ohnehin viel mehr. Achso - #nofilter und so <3:










 A presto!

Rieke


Donnerstag, 21. Mai 2015

Über Otranto, Espresso auf dem Bahngleis und den blauesten aller Himmel

Ciao Ihr Lieben!

Heute ein kurzer Rückblick auf einen meiner Ausflüge in Apulien: Otranto! Ein schnuckeliger Ort an der adriatischen Küste und absolut die anderthalb Stunden Zugfahrzeit von Lecce wert. Begonnen hat der Tag direkt mit ein wenig Irren und Wirren. Morgens extra früh in den Zug gestiegen, habe ich leider meinen Umsteigeort verpasst (Als Deutsche verteidige ich mich so: ABER DA WAR AUCH KEIN SCHILD AN DER STATION!!). 

Generell habe ich mir übrigens in Italien angewöhnt, einfach alles nachzufragen. Wir Deutschen wollen auch in der Fremde ja tendenziell alles selbst herausfinden und dazu haben viele unglücklicherweise auch noch Hemmungen, ihre Mitmenschen mit ihren Problemen zu belästigen (Auch wenn es sich dabei um Bahnbeamte handelt, die genau dafür eingestellt wurden. Kann natürlich auch an unseren Bahnbeamten liegen...) In jedem Fall: In Italien, wo man manchmal eben nicht nach der Logik oder einer besonders clever ausgeklügelten Beschilderung folgen kann, frage ich einfach alles und jeden nach allem und jedem. Und wenn ich es - wie an diesem Tag - einmal nicht tue: Siehe da, da hab ich den Salat und sitze im ziemlich öden Winzlingsort Maglie für eine Stunde auf dem Trockenen. Zum Glück sind die Italiener gesprächig und so halte ich erstmal ein Quätschchen mit den Bahnbeamten, die mir dann auch noch einen Espresso spendieren. Könnte also alles schlimmer sein. 


Angekommen in Otranto mache ich mich erstmal auf zu einem Spaziergang durch die Altstadt und auf die Suche nach der Basilika. Die ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten der kleinen Stadt, aber schafft es dann tatsächlich, mir ein klein bisschen „Oh“ und „Ah“ zu entlocken:



Jap. Das sind Schädel. 

Auch die Altstadt von Otranto kann sich sehen lassen. Gemütliches Bummeln war also erstmal angesagt.





Nach dem Mini-Sightseeing hieß es für mich dann aber: BEACHTIME! Der Stadtstrand von Otranto gefällt mir viel besser als der von Gallipoli. Es ist sauberer, das Wasser gerade zu maledivisch türkis und der Blick auf die Altstadt ist wunderbar. Auch die Leute sind irgendwie von einem anderen Schlag. Vielleicht lag es aber auch daran, dass es Montagmittag war – und nicht der Sonntag an einem langen Wochenende. Definitiv einer meiner entspanntesten Tage in Italien (und auf der Rückfahrt hatte ich dann auch den Trick mit dem Umsteigen raus).


 Ich habe echt keine Ahnung, ob ich zuvor schon einmal so einen blauen Himmel gesehen habe - der hier lässt es mich jedenfalls vergessen!

Grüße aus dem Paradies!

Das war's nun auch aus Apulien - ab jetzt bekommt ihr Reiseberichte aus Sizilien!

A presto,

Rieke

Donnerstag, 7. Mai 2015

Amalfiküste: Über kleine Alltagsabenteuer

Buonasera, Ihr Lieben! 

(WAHNSINN - jetzt bin ich mal ganz fix und schiebe direkt einen nächsten, kleinen Post hinterher) 

Das Schönste an Airbnb - wenn es richtig läuft - ist es meiner Meinung nach, die Nase mit ganz viel Neugier in den Alltag anderer Menschen stecken zu dürfen. Und dabei Dinge zu erleben, die einem als normalem Touristen sonst verschlossen bleiben würden. Ich hatte hier an der Amalfiküste vor allem zwei Abende, die mir genau das geboten haben. Wie immer gibt es natürlich von besonderen Ereignissen wie diesen keine oder nur furchtbar schlechte Fotos...weil man die Kamera liegen lassen hat, weil die Kamera auf einmal doof ist oder einfach weil man so im Moment gefangen ist, dass man gar nicht daran denkt, ein Foto zu machen... Ihr mögt es mir bitte nachsehen!



Don Pasta, eigentlich Daniele, ist ein Freund meiner Gastgeber, bekannter italienischer Koch, Kochbuchautor – und DJ (Für ein schöneres Foto bitte einfach googeln :D). Einer dieser Menschen, die so begeistert fünfzehn verschiedene Dinge in einer Hand jonglieren, dass man gar nicht anders kann, als fasziniert zuzuschauen und sich zu wünschen, man könnte das alles genauso charmant vorbringen. Für sein neues Buch hat er sich eines der ältesten italienischen Kochbücher vorgenommen: Das Kochbuch von Pellegrino Artusi. Aus dieser Bibel der traditionellen italienischen Küche hat er einen Remix gemacht – und ihn vor ein paar Tagen allen Kunst- und Kochschmauswilligen in Salerno vorgestellt. Und weil er nicht einfach Autor ist, gab es nicht etwa eine Lesung, sondern eine Videokunst-Livemusik-Livekoch-Performance. Während auf der großen Leinwand italienische Großmütter beim Kochen in die Kamera grinsten und mit synthesizerverzerrter Stimme Rezepte Preis gaben, schmetterte Don Pasta ein Manifest für den Kampf für die echte, regionale, traditionelle Küche und kochte nebenbei ein fantastisches Pastagericht. Das Bruzzeln, Klackern, Hacken, Zischen und Knistern, das man aus der Küche so kennt, erklang dabei im Rhythmus und im Wettkampf mit der vierköpfigen Jazzliveband. Und dass die Pasta fantastisch war, ist nicht nur so dahingesagt – probieren durfte am Schluss nämlich jeder! Um genau zu sein: Wir wurden gefüttert...




Zum Anniversario della Liberazione sind wir am Abend in die Berge Salernos gefahren, um an einer ganz besonderen Feier teilzunehmen: Ein traditionelles Fest mit Lagerfeuer, neapolitanischer Band und einem alten Mann, der volkstümliche Geschichten erzählte und traditionelle neapolitanische Lieder sang. Wirklich verstanden habe ich von seinen Geschichten ohne Übersetzungsshilfe zwar ungefähr nichts bis gar nichts – der neapolitanische Dialekt ist definitiv eine Nummer zu viel für mich -, dafür haben wir ums Feuer getanzt und mit Kastagnetten geklappert bis zum Rande der Sehnenscheidenentzündung. Der Abend hatte wirklich etwas Surreales an sich. Es waren größtenteils junge Menschen und zugleich wirkte die Stimmung wie aus einer anderen, einer vergangenen Zeit. Irgendwie magisch. Sicher, auch in Deutschland leben junge Leute alte Traditionen. Bei uns steckt hinter Dirndl und Volkstanz allerdings eher nicht diese spirituelle, mystische und mitreißende Stimmung, wie sie hier aufkam. Es ist einfach ein anderer Rhythmus. Und die Balkanparty im Club um die Ecke ist zwar lustig, aber definitiv kein Ersatz! 

Auf der Rückfahrt machten wir noch Halt bei einem befreundeten Pasticceria-Besitzer und schauten ihm über die Schulter, während er mitten in der Nacht die leckersten Süßigkeiten der Amalfiküste für den Sonntagmorgen vorbereitete. Mein Favorit: Babà Napoletano - in Rum getränkte Zuckerbomben-Dolci! Göttlich!

Ich bin fest davon überzeugt: Solche Abende sind es, die das Herz einer Reiseerfahrung ausmachen. Es sind die emotionalen Eckpfeiler der Geschichte, die man mit seiner Reise für sich selbst und für andere schreibt. Bisher hatte ich das Glück, bereits viele, viele solcher Momente in dieser kurzen Zeit machen zu dürfen. Und ich freue mich darauf, sie weiterhin mit euch zu teilen!

Habt einen wundervollen Abend!

A presto!

Rieke