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Montag, 20. Juli 2015

Sicily, last stop: Eine Fahrradtour auf Favignana

Ciao Ihr Lieben!

Genauso schnell wie Melancholie wieder verfliegen kann, so schnell war auch der Nebel verflogen. Am Vortag noch in einer weißen Wüste verschwunden, strahlte mir die Sonne in Trapani an diesem Morgen richtig brutzelig ins Gesicht. Ein perfekter Tag für einen Inselausflug! Und ein noch perfekterer Tag zum Fahrrad fahren! Also fix hinüber hoppen nach Favignana mit der Schnellfähre - dort kann man sich für eine handvoll Euros am Tag ein Rad mieten und das mini Mittelmeergoldstück erkunden.

Ich nehme Euch natürlich mit auf meine Tour und rate Euch: Besucht unbedingt Favignana und fahrt von Bucht zu Bucht, genießt das maledivische Wasser und lasst Euch den Wind durch die Haare blasen auf den gemütlichen Straßen vorbei an hageren Kühen, einsamen Ferienhäusern und weiten Feldern. Meine Plädoyer für Favignana ist auch schon beendet. Die Fotos kicken Euch ohnehin viel mehr. Achso - #nofilter und so <3:










 A presto!

Rieke


Dienstag, 23. Juni 2015

Palermo, ti amo - Teil I

Ihr Lieben!

Ich muss mich ernsthaft entschuldigen, ihr musstet nun wirklich eine kleine Weile auf den nächsten Post warten! Das hatte diverse Gründe, unter anderem, dass meine Besten mich hier in Italien besucht haben und ich den Laptop einfach mal für einige Tage in die Ecke gepfeffert und mit den Mädels die Umgebung erkundet, gekocht, gelacht und was nicht noch alles getan habe. Dazu kamen dann noch verlorene Orte ohne Internet. Und Bindehautentzündungen mit Auge-zu-Verordnung. Und zu allerletzt ein emotionaler Grund: Mein nächster, ebendieser Post dreht sich um Palermo. Und um ehrlich zu sein, habe ich keinen blassen Schimmer, wie ich diesen Post beginnen soll. Denn Palermo war so voll mit tollen Erfahrungen. Mit wunderbaren Menschen. Und mit so viel, was es sich zu sehen, fühlen und genießen lohnt. 


Nach Siracusa hatte mich, ich hatte es schon angedeutet, so eine Sehnsucht nach einem Zuhause überkommen. Nicht im Sinne von Heimweh. Sondern viel mehr im Sinne eines Base Camps, in dem ich meine Zelte aufschlagen und von dort aus neue Abenteuer erleben, aber auch ein klein bisschen Ruhe finden kann. Und, oddio, was habe ich für ein kleines Zuhause des Herzens hier entdeckt!

Mein Base Camp habe ich mit einer solchen Treffsicherheit gesucht und gefunden, dass ich es selbst nicht glauben konnte. Ein klitzekleines Juwel perfekt gelegen direkt inmitten der Mitte Palermos: Das Vespa B&B (hier auch der Facebook-Link, da findet ihr auch das ein oder andere Foto mit mir...). Giuseppe und Cha Cha sind eine wunderbar ungewöhnliche Mischung aus Sizilien und Südkorea und haben es geschafft in ihrem traumhaft süßen Apartment ein zuhause für ihre Gäste zu kreieren. Sie sind die Meister im In-Fünf-Minuten-die-ganze-Stadt erklären, im Zusammenführen aller unterschiedlichen Seelen, die hier für kurze Zeit unter einem Dach leben und haben so große, warme Herzen, dass es für ganz Sizilien reichen würde. Weil es im B&B neben den zwei Privatzimmern auch ein Dorm mit 6 Betten gibt, mischt sich die Gruppe immer wieder durch, ohne aber wie in einem großen Hostel zu unpersönlich zu werden. Für mich die perfekte Lösung!

Nun aber zur Stadt, die völlig unerwartet auf meinen persönlichen Platz 1 aller Städte Italiens gehüpft ist. Vielleicht ist es dieser Grund: Palermo erinnert mich ein wenig an Berlin, meine Wahlheimat. Das ist jetzt aber ein Vergleich, der hinkt so gewaltig wie Quasimodo, sagt ihr wahrscheinlich. Und Recht habt ihr. Was ich aber meine: Beide Städte umgibt so eine ganz bestimmte Aura von einem eigenen, anarchischen Rhythmus. Ein Ort, in dem das Leben aus allen Ecken quillt und zwar in allen Facetten. Das Leben hier ist echt. Nicht übermäßig überlagert von Historie wie in Rom, nicht so zentral auf Tourismus ausgerichtet wie Florenz und definitiv nicht unterkühlt wie Mailand. Und in all dem Trubel und Gewirr, den Geräuschen und den Gerüchen geht es der Stadt ziemlich piepsschnurz am Hinterteil vorbei, ob du da bist oder nicht. Friss oder stirb. Finde deinen Platz hier oder hau wieder ab. Eingeladen hat dich niemand, aber wenn du trotzdem bleibst, wird es die große Liebe. Ich bin geblieben (zumindest ein bisschen) und hab mich verknallt bis über beide Lauscher.

Damit ich Euch nicht vollkommen mit Input überrolle, habe ich meinen Palermo-Aufenthalt einfach mal in vier Teile geteilt. Thematisch ist das auch viel schöner und mit soviel Verspätung ist Chronologie ja ohnehin nur ein unpräziser und kläglicher Versuch, vergangene Zeit wieder herzustellen. 

Ihr bekommt also hier - und diesmal zeitnah - das hier zu lesen:

TEIL I  - Dinge zu KAUFEN (Shopping, Märkte)
TEIL II - Dinge zu ESSEN (Meine Toptipps zum Bauchvollstopfen)
TEIL III - Dinge zu SEHEN & ERLEBEN (Kultur, Nachtleben)
TEIL IV – Dinge so drumherum (Strände, Städchen, Bergchen, eben drumherum)

Mit TEIL I  fange ich jetzt einfach schon einmal an, damit es auch was zu gucken gibt:

MÄRKTE

Mit "Dinge zu kaufen" beginne ich nicht etwa, weil meine etwaige Kommerzsucht alles andere überschattet, sondern weil meines Erachtens die Märkte Palermos die großen Herzstücke der Stadt ausmachen. Palermo ist ein ganzes Stück Orient und dieses laute, chaotische, visuelle und olfaktorische Durcheinander der Stadt lässt sich hier eben ganz besonders erleben. 




Vucciria - Von diesem wohl berühmtesten Markt Palermos ist nicht mehr so viel übrig geblieben, wie noch vor Jahren, trotzdem ein absolutes Must! Tagsüber spielt hier zwischen Zitronen und Tomaten die ein oder andere Jazzband, in einer kleinen Garage werden Messer geschärft - und abends wendet sich das Blatt dann noch einmal vollkommen: Plastikstühle werden auf die Piazza gerückt, es gibt frische Streetfood und Bars öffnen an allen Ecken. Aber dazu mehr, wenn ich euch über das palermitanische Nachtleben erzähle. 




Ballarò und Mercato il Capo sind die beiden anderen großen Märkte Palermos. Ballarò ist dabei mein absoluter Liebling. Scheinbar nie endende Stände mit gelbgoldenen Zitronen, winzigen Erdbeeren, lebendigen Schnecken, Schwertfischen im Spalier, dazwischen Krimskrams aller Art, der von Marktschreiern im sizilianischen Dialekt angepriesen und besungen wird. Tattrige sizilianische Omas zwängen sich vorbei an den wenigen Touristengrüppchen, die sich in dem Gedrängel leicht nervös an ihrem Tourführer mit rotem Fähnchen in der Hand orientieren. Palermo lässt sich eben nicht so leicht von uns Fremden überrennen. 


SHOPPING

Weil es dazugehört zum Kaufen, noch ein paar kleinere Orientierungspunkte fürs Shopping. Und da Palermo so günstig ist, sitzt die Brieftasche hier vielleicht auch nicht ganz so tief in der Tasche versteckt (auch wenn mein Tipp dennoch bleibt: Haut es raus für das fantastische Essen hier!!).

Via Maqueda - die ewig lange Einkaufsstraße verläuft einmal quer durch das Zentrum Palermos. Zu den Verkaufszeiten ist die Straße für den Autoverkehr gesperrt, sodass es sich hier ganz vorzüglich bummeln lässt. High Fashion ist hier weniger angesagt - das kommt erst in der Verlängerung mit der Via Ruggero Settimo, den großen Ketten und der Luxuslabels zum Naseplattdrücken. Die Via Maqueda mit den kleinen indischen Firlefanzläden, Glitzerschuhanbietern und einer Handvoll kleiner Secondhand- und Schneiderschmuckstücke ist dafür aber um einiges spannender. Auf der Via Roma, die parallel zur Via Maqueda verläuft, lässt es sich vor allem gut nach Schuhen bummeln.  




Via Vittorio Emanuele ist eine Querstraße der Via Maqueda. Ihr Verbindungspunkt ist eine architektonisch ziemlich beeindruckende Piazza (anhalten, Foto machen!) und führt auf der Westseite zur Kathedrale von Palermo und auf der Ostseite zum Hafen. Dazwischen angesiedelt findet ihr knüselige Schmuckparadiese zum Wühlen und meine persönliche Lieblingsentdeckung: Magazzini Anita (Via Vittorio Emanuele 231). Ein Schmuckstück unter den Vintageläden, der locker mit Berlin mithalten kann. Aus ganz Sizilien sammeln die Inhaberinnen Kleidung ab den 1920ern. Röcke aus einer der ersten YSL-Kollektionen, ungetragene Chanelpumps, 1970er Bottega Veneta
 Taschen zum Reinverknallen und - mein Liebling: Eine goldene Kimonojacke mit Fransenbesatz aus Messing - original 1920er Jahre. Und das alles zu vertretbaren Preisen. Für mich zwar noch immer genug, um es bei einem zarten "Hach"-Seufzer bleiben zu lassen und zum Abschied noch einmal über die Messingfransen zu streichen - aber selbst die Goldstücke im Laden sind prinzipiell nicht unerschwinglich und die Preise im Vergleich zu Norditalien oder Deutschland straff und sehr fair kalkuliert. Eine zweite, kleine Filiale steht außerdem noch in der Via Maqueda 263. Hier findet man ein wenig mehr Alltägliches, das ein bisschen weniger schmerzhaft ist für die Reisekasse.

Für die Kramswühler und Megaschnäppchenfinder unter euch verläuft noch eine kleine Seitenstraße vom Mercato il Capo bis zur Via Roma und kreuzt die Via Maqueda bei Via Sant'Agostino/Via Bandiera

So, Ihr Lieben, Teil II bis IV gibt es dann ab morgen!

Buonanotte & a presto!

Rieke

Donnerstag, 4. Juni 2015

Schönes Siracusa und zweite Chancen

Ciao Ihr Lieben!

Siracusa hatte ein wenig Pech mit mir. Denn so ganz zufrieden war ich mit ihr besonders zu Anfang so gar nicht. Nach dem beschaulichen Taormina war Siracusa meine nächste Station gewesen und der Wechsel in eine größere Stadt erst einmal wieder eine Umstellung. Zudem war ich nach einigen Wochen des Reisens an dem Punkt angelangt, an dem ich ganz furchtbar damit leben konnte, keine Aufgabe zu haben. Die Grundentspannung war inzwischen eingetreten, aber es kam mir auf einmal komisch vor, in welcher Situation ich mich befand. Mir einfach nur tagein tagaus Dinge anzusehen, aber selbst nichts zu produzieren. Meistens fangen die Menschen in der Umgebung dieses Gefühl ganz schnell wieder auf, aber auch meine Unterkunft konnte dazu nicht so recht beitragen. Das Hostel in Siracusa war neu, modern und insgesamt ordentlich. Und auch die Leute waren hilfsbereit. Aber es herrschte eine ziemlich unpersönliche Atmosphäre. Ein wenig unterkühlt das Ganze. Überhaupt habe ich inzwischen festgestellt, das große Hostels nichts für mich sind. Je größer das Hostel, umso mehr Platz wird den Bewohnern gegeben, sich aus dem Weg zu gehen. Die besten Tage hatte ich bisher in kleinen Unterkünften, wo man sich automatisch kennenlernt, weil man keine andere Wahl hat, als von der Dynamik, die sich aus der Kombination der Anwesenden zwangsläufig ergibt, mitgezogen zu werden. 

Siracusa hatte also einen schweren Stand bei mir. Die Altstadt Ortigia ist ein wunderschöner Fleck Siziliens mit teils beeindruckender barocker Architektur, süßen Gässchen, lebendigen Märkten und charmanten Geschäften. Auch das archäologische Gelände am anderen Ende der Stadt hätte mich noch mehr begeistern müssen mit dem Ohr des Dionysus – einer Höhle, geformt wie ein Hörgang mit fantastischer Akustik. Aber irgendwie hatte ich überall das Gefühl, all das schon einmal gesehen zu haben. Nur in schöner oder imposanter oder sonst wie spannender. Erst nach einer kleinen Weile hab ich mich dann mit meinen eigenen Launen versöhnen können. Geholfen hat die Entdeckung eines kleinen Felsausläufers an der Küste. Beim Abendspaziergang entdeckte ich den Übergang zu den Felsen, an denen sich gerade die Brandung überschlug. Nur ein paar vereinzelte Leute saßen dort. Ich suchte mir einen Vorsprung und habe auf das Wasser gestarrt, zugeschaut wie die Wellen an den Felsen brachen und beobachtet, wie mir fast ein wenig mulmig zumute wurde bei dem Anblick. Als könnte mich das Meer jeden Augenblick verschlucken. 



Ich bin sitzen geblieben. Und habe gestarrt. Und nach einer kleinen Weile war ich mit der Stadt versöhnt. Als ich zurück in die Altstadt kam, sah ich auf einmal wieder die schönen kleinen Straßenzüge, die gemütlichen Trattorien, das Abendlicht auf der Piazza. 

Siracusa sieht mich auf meiner nächsten Sizilienreise ganz sicher wieder. Denn so eine Stadt hat ganz dringend eine zweite Chance verdient:












A presto!

Rieke

Donnerstag, 28. Mai 2015

Postkartenfeeling in Taormina

Ciao Ihr Lieben!

Vorab: Ich bin tierisch im Verzug, euch von meinen Erlebnissen in Sizilien zu erzählen. Heißen tut das vor allem eines – mir geht es ziemlich, ziemlich gut hier! Ich bin ein wenig überwältigt, wie wohl ich mich hier in Sizilien fühle. Aber dazu werde ich euch in den kommenden Tagen noch mehr berichten. Erstmal starte ich heute mit einem ausführlichen Bericht zu meiner ersten richtigen Station in Sizilien: Taormina.

Also, ich mache jetzt etwas, was man nie tun sollte. Ich nehme den Spannungsbogen aus der Story raus und komme direkt zum Knackpunkt: TAORMINA IST EIN ABSOLUTES REISEHIGHLIGHT!

Die Gegend um Taormina ist so wunderschön, dass einem schon bei der Anfahrt mit dem Bus die Kinnlade herunterklappt, wenn man zum ersten Mal die Küste, das Städtchen und den Ätna im Hintergrund im Panoramablick sieht. Beeindruckend das Ganze. Und es lässt einen verzeihen, dass man nicht die einzige Person ist, die auf die Idee gekommen ist, sich Taormina anzusehen. Der Ort ist schon sehr auf Touristen ausgelegt. Echtes italienisches Leben findet man hier jetzt eher nicht so. Ein klein bisschen wie ein sizilianisches Disneyland. Aber manchmal gibt es eben auch gute Gründe, wenn ein Ort Menschen von überall her wie magisch anzieht.



Mein Hostel war für die paar Tage ganz wunderbar. Furchtbar nette Leute, sehr sauber und irgendwie total gemütlich. Und ein wenig habe ich mich bestätigt gefühlt in meiner Entscheidung, keinen workaway-Stop auf meiner Reise einzulegen und einfach herum zu reisen. Eigentlich wollte ich hier und dort für längere Zeit Halt machen und ein wenig aushelfen. Und eben auch ein wenig Geld sparen. Ich habe im Hostel dann zwei ganz wunderbare Mädels getroffen, eine aus Deutschland und eine aus den USA, die beide gerade zum Workawayen in Taormina ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Ein bisschen habe ich sie im ersten Moment beneidet um den festen Ort, die Bezugspersonen, den Kreis, den sie sich dort aufgebaut haben. Aber im Endeffekt hatten die beiden kaum Zeit gehabt, sich irgendetwas von Sizilien anzusehen und waren mehr oder weniger komplett hier in Taormina geblieben. Das ist bei einem Ort wie Taormina kein so furchtbar schlechtes Los. Aber ich habe gerade jetzt das große Glück, wirklich reisen zu können. Und ich möchte keinen neuen Menschen, keinen neuen Ort und keine neue, abgedrehte Situation missen. Ankommen kann ich irgendwann anders. Im Moment geht es darum, immer weiterzuziehen, zu schauen wo es mir gefällt und wo nicht, spontan zu sein - und frei. Das ist der größte Luxus, den ich mir gerade vorstellen kann. Und für euch macht es die Sache auch definitiv spannender! ;)

Hier sind meine Tipps für Taormina:


Das antike Teatro Greco besuchen. Am besten direkt zu Beginn, denn der Ausblick auf den Ätna ist einfach eine perfekte Einstimmung auf die Gegend.


Einen kleinen Abstieg vom Berg später hopst ihr in die Bucht der Isola Bella. Oder besser nicht hopsen – eher vorsichtig herantasten. Die Riesenkiesel am Strand sind bestenfalls ein wenig nervig und schlimmstenfalls der Grund für euren finalen Genickbruch. Aber schön ist es. SO SCHÖN.




Die unter Naturschutz gestellte Isola Bella lässt sich übrigens auch besichtigen. Macht das! Eine kleine Oase!


Eine Oase gibt es auch in Taormina selbst: Den wohl hübschesten Park ganz Siziliens, den Giardino Pubblico. In dem kann man kostenlos den ganzen Tag verbringen, die Gartenhäuser bestaunen, sich auf eine Wiese legen oder den Ausblick genießen. 



Einmal kräftig durchatmen, und dann rauf den Berg! Den wohl schönsten Blick über die Gegend gibt es in Castelmola. Es fährt auch ein Bus hoch, aber das ist für Sitzpinkler. Plant ein, etwa eine Stunde für den Aufstieg zu brauchen und dabei den fettesten Ausblick aller Zeiten zu genießn.




Also, hopp auf die Füße, denn oben angekommen gibt es dann auch eine Belohnung: In der Bar Turrisi gibt es gratis den berühmten Vino alla Mandorla zu probieren. Und eine etwas gewöhnungsbedürftige Einrichtung zu bestaunen. Angelehnt an den griechischen Gott Priapous steht hier alles unter dem Motto Phallus. Auch wenn die Bar damit die sizialianische Kulturgeschichte betonen will, schreit es in diesem Laden schlussendlich einfach sehr, sehr laut „PENIS!“


Nach dem Abstieg knurrt der Magen und eines kann man in Italien ganz sicher nicht: Hungern! Ich habe in Sizilien inzwischen gefühlt an die 200 Arancini gegessen. Einige der besten dieser frittierten Reisbälle mit sündhaften, herzhaften Füllungen gab es in Taormina. Im Corso Umberto gibt es viele kleine Läden mit fantastischen Arancini. Zu den beliebtesten gehört wohl Arancini in Corso. Einfach ein Bällchen aussuchen, an eine Piazza hocken und die Aussicht genießen.

Einen ganzen Haufen weitere sizilianische Spezialitäten, wie zum Beispiel der Sorbet/Eis-Mix Granita gibt es außerdem in der Bam Bar. Abends ausgehen auf einen Cocktail und gute Musik lässt es sich ganz famos und gemütlich im Café Timoleone (von meinem Abend dort mit den Mädels aus dem Hostel existieren seltsamerweise keine Bilder, aber so ist es nun mal: Die schönsten Abende bleiben undokumentiert.)

Wer nach Sizilien kommt, muss auch den Ätna sehen - und das am Besten nicht nur aus der Ferne. Von Taormina aus habe ich mich auf eine kleine Tagestour zum Vulkan aufgemacht - Fotos und Stories dazu gibt es dann im nächsten Post!

A presto!

Rieke


Sonntag, 24. Mai 2015

Ciao, Sicilia!

Ciao Ihr Lieben!

Alles neu macht der Mai. Zeit für eine neue Region. Für wahnsinnige 25 Euro bin ich also nach einer fantastischen Woche in Lecce mit dem Zug nach Sizilien gefahren. Leider hieß das: 5 Uhr morgens aufstehen, ab zum Bahnhof und dann 10 Stunden Zugfahrt mit dreimal umsteigen und dann noch mal die Fähre nach Messina nehmen. Eine ganz schöne Weltreise – aber weniger anstrengend, als es klingt. Denn so fröhlich mit dem Intercity durch Kalabrien tuckern war eigentlich ganz entspannt und es gab schöne Landschaft zum Rausgucken. Nur beim Auffinden der richtigen Fähre am Abend hätte ich fast kurz einen Tobsuchtsanfall bekommen. Der Weg zur Fähre und zum Ticketoffice ist nicht sooo wirklich leicht ersichtlich und die Typen, die ich nach dem richtigen Weg bzw. der richtigen Verbindung fragte (ich frage ja jetzt immer, wie ihr euch vielleicht erinnert), meinten sie könnten das kleine blonde Mädchen ein bisschen an der Nase herumführen. Gefallen lassen tue ich mir so etwas grundsätzlich nicht, aber ich habe mir in dem Moment gewünscht, ich wäre schon ein bisschen weiter mit meinem Italienisch. Denn basic conversations sind inzwischen gut drin, aber schlagfertig zurückfrotzeln geht bis jetzt nur auf Englisch (wenn ich nicht jemand gleich mit culo oder stronzo beschimpfen möchte, zumindest) – dessen waren die Herren jedoch nicht mächtig. Und gegen leere Gesichter den Konterangriff zu starten macht weder Spaß noch Sinn. Also hab ich mich einfach vom Acker gemacht. Die Fähre hab ich dann auch so gefunden. Selbst ist die Frau. Sowieso.

Messina hat mich dann – endlich angekommen – wirklich positiv überrascht. Ich hatte mir ein B&B zur Übernachtung gesucht, weil ich keine Lust hatte, nach diesem langen Tag noch weitere Stunden im Zug zur nächsten Station zu hocken. Deshalb hatte ich den Abend über noch ein paar Stündchen Zeit, die Stadt zu erkunden. Ich hatte mit einer langweilig-hässlichen Transitstadt gerechnet – aber, nee nee, Messina ist wirklich ganz hübsch. Eine niedliche Altstadt, coole Bars, eine hübsche Einkaufsstraße und Kirchen am Berghang mit fantastischer Aussicht auf die Stadt und das italienische Festland. Seht selbst:







Für diese eine Übernachtung in Messina hatte ich mir ein bisschen Luxus gegönnt. Ein Hostel hatte ich nicht wirklich gefunden und nach dem langen Reisetag stand mir der Sinn nach ein bisschen Komfort. Für das Garibaldi B&B direkt am Rande der Altstadt hatte ich ein Schnäppchenangebot gefunden und dann nicht nur Komfort, sondern auch noch den Blick auf den Hafen. Mein Gastgeber Fabio und sein Vater waren dazu noch super nett und hilfsbereit. Und manchmal läuft es dann doppelt gut: Am Ende hab ich nur einen Teil des Übernachtungspreises bezahlt, weil ich für die beiden die Beschreibung des B&B vom Italienischen ins Deutsche übersetzt habe. Perfect Deal also, kleine Italienischübung für mich und ein super Start in mein bevorstehendes Sizilienabenteuer!

Hübsche Aussicht.

A presto!


Rieke