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Montag, 20. Juli 2015

Sicily, last stop: Eine Fahrradtour auf Favignana

Ciao Ihr Lieben!

Genauso schnell wie Melancholie wieder verfliegen kann, so schnell war auch der Nebel verflogen. Am Vortag noch in einer weißen Wüste verschwunden, strahlte mir die Sonne in Trapani an diesem Morgen richtig brutzelig ins Gesicht. Ein perfekter Tag für einen Inselausflug! Und ein noch perfekterer Tag zum Fahrrad fahren! Also fix hinüber hoppen nach Favignana mit der Schnellfähre - dort kann man sich für eine handvoll Euros am Tag ein Rad mieten und das mini Mittelmeergoldstück erkunden.

Ich nehme Euch natürlich mit auf meine Tour und rate Euch: Besucht unbedingt Favignana und fahrt von Bucht zu Bucht, genießt das maledivische Wasser und lasst Euch den Wind durch die Haare blasen auf den gemütlichen Straßen vorbei an hageren Kühen, einsamen Ferienhäusern und weiten Feldern. Meine Plädoyer für Favignana ist auch schon beendet. Die Fotos kicken Euch ohnehin viel mehr. Achso - #nofilter und so <3:










 A presto!

Rieke


Donnerstag, 9. Juli 2015

Palermo, ti amo - Teil IV

Ciao Ihr Lieben,

heute gibt es den letzten Teil der Story meiner großen Palermo-Liebe! Märkte, Nachtleben, Shopping, Events - Wer bei dem ganzen Trubel im Hexenkessel der sizilianischen Chaosstadt mal eine kleine Auszeit sucht, der braucht definitiv nicht die Siebenmeilenstiefel aus dem Schrank zu kramen. Schon direkt vor den Toren Palermos gibt's nämlich das ein oder andere Schmankerl zum Relaxen und Durchatmen. 

Drei meiner Favoriten hab ich hier mal für euch zusammengetragen:

MONDELLO BEACH


Der Strand von Mondello war ein absolutes Must-Go für uns Reisende aus dem B&B. Mit dem Bus stadtauswärts liegt der Strand zwischen zwei Bergen in einer Bucht und an ziemlich klitzklarem Meerwasser. Nun muss man zu Mondello sagen: Wir, die Mittzwanziger mit kurzzeitigem Nomadenleben, sind nicht als Einzige auf die Idee gekommen, hier zum Herumbaumelnlassen von Seele und Körperteilen aufzukreuzen - Der Strand ist quasi dauergeflutet mit Jugendlichen, die eigentlich in der Schule hocken sollten, aber bei gutem Wetter auf Autoritäten pfeifen und dann am Strand eher rauf- als abschalten. Das hormongesteuerte Schauspiel ist eigentlich äußerst amüsant zu verfolgen, aber die Rettung naht sowieso durch die Beachclubs am ganzen Strand: Nach 14 Uhr einfach für 6 Euro Schirmchen und Liege mieten und dekadent mit Fächer den Typen heranwinken, der "COCO!COCO!" quer über den Platz brüllt. Ein Träumchen!


CEFALU

Genau so ein Träumchen ist auch Cefalu. Ein bisschen Kultur, ein bisschen Strand und ein ganz großes Stück Bombenaussicht auf die Küste vom Hausberg. Definitiv die Anreise (ca. 40 Min mit dem Zug von Palermo) wert. Seht selbst.




MONREALE

Den Weg nach Monreale erklomm ich mit dem herzigen J. an einem Samstagvormittag mehr oder minder entspannt im clownmobilartig vollgepackten Bus. Oben angekommen wartet dann aber die Belohnung: Ein wunderschöner Kirchenkomplex mit Garten, die leckersten Dolci in einem der Cafés am Platz und das Gefühl über den Dingen zu stehen. Der Ausblick auf ganz Palermo fetzt!


Hier zuletzt noch ein Bild von mir in gewohnt seltsamer Körperhaltung - und damit habt ihr es geschafft mit dem Palermo-Guide! Im nächsten Post folgt mein allerletzter Sizilienbericht und dann geht's wieder runter von der Insel und ab ans Festland. Der Norden wartet schon!

A presto!

Rieke

Samstag, 16. Mai 2015

Going to Gallipoli

Ciao, Ihr Lieben!

Nach dem ersten entspannten Abhängen in Lecce stand bald der erste Tagesausflug an: Gallipoli!
Das Fischerdorf an der Küste hat eine wunderhübsche Altstadt auf einer vorgelagerten Insel und ist geschäftiger Anziehungspunkt für alle Küstenliebhaber in der Umgebung. Leider macht das Gallipoli aber auch zu einem sehr touristischen Fleckchen. Das hat sich eigentlich schon ziemlich offensichtlich angekündigt, als ich Sonntags morgens in Lecce in den Bus stieg und feststellte, dass 80 Prozent der Mitfahrenden aus den typischen Straßenverkäufern mit ihren Sonnenbrillenaufstellern und geflochtenen Armbänderen bestanden. Und tatsächlich: Selbst jetzt, in der Nebensaison, waren die kleinen Gässchen Gallipolis gut gefüllt mit Touristen aus den verschiedensten Ecken der Welt. Die Restaurants und Geschäfte in der Altstadt sind zu großen Teilen auch eher auf den Tourismus ausgerichtet und so recht wollte der Funke, was das betrifft, nicht überspringen.


Einen Grund gibt es aber, Gallipoli dennoch zu mögen: Es ist einfach wirklich, wirklich, wirklich hübsch. Ich würde vielleicht in der absoluten Hochsaison vermeiden, hierher zu kommen. Aber ein Besuch für einen Tag lohnt sich trotz allem sehr. Immerhin habe ich hier ein paar der schönsten Aufnahmen meiner Reise machen können. Und wenn man die Kameralinse auf die schönen Dinge richtet, die der Ort definitiv zu bieten hat, dann blendet man den Tourikram ganz von allein aus. Schaut mal her:







Random Fact: Kurz vor Ostern rastet Gallipoli ein bisschen aus und feiert die Settimana Santa, in der christliche Bruderschaften mit den für uns eher grenzwertig konnotierten Zipfelmützen durch die Straßen prozedieren, sich geißeln und andere abgefahrene Sachen veranstalten. Die Fotos sind aus einer Ausstellung in der Festung von Gallipoli - dessen Besuch sich vor allem lohnt, um einen Blick in die riesigen Gewölbekammern zu werfen und im Anschluss die Aussicht über die Stadt zu genießen. 



A presto!

Rieke

Freitag, 8. Mai 2015

Vom Leben gelernt: Rieke und die Boote

Ciao Ihr Lieben!

Es heißt ja so schön, auf Reisen lernt man Dinge fürs Leben. Und ja - da ist was dran. Leider lernt man nicht immer nur schöne Sachen über sich und die Welt. Lektion Numero Uno für mich (und super Random Fact für euch): Rieke und Boote gehen nicht zusammen. Wer mich mal speien sehen will, der braucht mich nicht abzufüllen. Er kann mich einfach auf ein Boot setzen. Am Allerbesten ein kleines, das auch so richtig schön schaukelt.

"Kommt, lasst uns Tretboot auf dem Meer fahren!", sagten wir uns eines schönen Morgens am Frühstückstisch an der Amalfiküste. Es war nicht so, als hätte ich es nicht schon geahnt, was dabei passieren könnte. Vor zwei Jahren wurde mir ein Segeltrip auf Malta zum Verhängnis und dieses Ereignis hat sicherlich auf ewig einen Ehrenplatz in den Top Ten meiner schlimmsten Erfahrungen ergattert. Es gibt keine Krankheit, die so schnell Selbstmordgedanken auslöst, wie Seekrankheit - kein Sch***, das hab ich mal gegoogelt! Ich weiß heute: Diese Pole Position hat sich die bescheuerte Seekrankheit wirklich verdient. Bevor ich damals auf Malta ernsthaft überlegt hatte, vom Schiff zu springen, hatte ich vorher allerdings noch gedroht, die Schiffscrew K.O. zu schlagen. Aber, wie so oft (und weil Erfahrungen mit der Zeit ja so furchtbar angenehm verblassen) dachte ich mir: "Kann ich nicht? Is mir egal, wird einfach ignoriert. Das haut schon hin!" 

Normalerweise halte ich diese Attitüde für eine durchaus gesunde Einstellung. In diesem Fall war sie es nicht. In diesem einen Fall hätte ich mir sagen sollen: Friederike, manche Dinge sollen einfach nicht sein. Zum Beispiel Tretboot auf dem Meer zu fahren ... um dann nach einer Stunde tapferen Durchhaltens und stoischen Ignorierens der in Wellen anschwellenden Übelkeit vom Tretboot fein ins Meer spucken. 

Und ja, ich habe den Horizont am Festland angepeilt. Was habe ich ihn angestarrt und mir gewünscht ich wäre dort am Festland und schleckte lässig an einem Gelato, während ich die Bekloppten auf ihren Booten beobachtete. Und ja, ich habe tief und regelmäßig durchgeatmet. Wie eine Schwangere im Geburtsvorbereitungskurs. Und ja, ich hatte auch diese lustigen Akupressurarmbänder. Wie eine Tennisspielerin aus den 80ern oder ein verzweifelter Teenie, der den Schweißbandtrend neu aufleben lassen will, sah ich aus. Und die Wirkung? Super Fail. 

Ich fahr jetzt nur noch Jetski und Speedboat. Das hab ich auch schon getestet, das läuft ganz famos! Je mehr Kawummtich unter der Haube, desto weniger Selbstmordgedanken!


Ein, zwei nette Bilder vom Ausflug habe ich aber zwischen dem Fische füttern dennoch für euch schießen können:





A presto!

Rieke