Freitag, 1. Mai 2015

Ein Tag im Schatten des Vulkans



Ciao ihr Lieben!

Meistens sind Touristenattraktionen ja irgendwie furchtbar. Ich versuche oft, alles ein bisschen anders anzugehen, mich nicht sofort irgendeiner Tour anzuschließen oder auch mal Umwege zu machen, um die wichtigen, aber auch die weniger bekannten Dinge zu sehen. Manchmal geht’s dann aber auch nicht anders. Zum Beispiel wenn man vorhat, den Vesuv und Pompeji an einem Tag zu besichtigen. Dann kann man eben nicht ganz in Ruhe – und umsonst - den gesamten Vulkan heraufstapfen. Dann muss man eben in den sauren Apfel beißen und mit dem Touribus vorfahren. Mein Fazit: Manchmal ist es ok, die Groschen für ein bisschen Convenience rauszuhauen. Nerven tut es dann aber doch, dass andere die Pläne für einen machen.

Ich habe mich also noch von Neapel aufgemacht, um zunächst den Vesuv und dann Pompeji zu besichtigen. Eigentlich wollte ich morgens zum Startschuss in den Wanderschuhen stecken und die Bimmelbahn stadtauswärts nehmen, aber...nun ja, ich hab dann irgendwie doch Urlaub und ziemlich herumgetrödelt. Frühstücken, duschen, Sachen einpacken, noch mal Emails checken, 15 Minuten einfach da so herumsitzen – Leben braucht manchmal eben so seine Zeit.  Irgendwann saß ich dann aber doch mit all den anderen rucksackbepackten Kulturfreudigen im Sonderzug nach Pankow Bummelzug nach Pompeji.

Meistens sind ja nicht nur Touristenattraktionen sondern auch die Touristen irgendwie furchtbar. Besonders diejenigen, die aus dem eigenen Land kommen. Es ist schon interessant, wie sehr einen die eigenen Landsleute besonders aufregen können. Vielleicht weil man sich selbst auf einmal auf sehr seltsame Weise in einem fremden Kontext von außen betrachtet. Und man sich Dinge fragt wie: Warum haben Deutsche, die in Warteschlangen vor Museen stehen, eigentlich selten andere Gesprächsthemen als die Länge der Schlange, die Beurteilung des bisherigen Vorankommens in derselbigen und die Aufstellung von Prognosen, wie lange man noch dort anstehen werde? Bei den Franzosen habe ich um einiges Philosophischeres belauschen können. Vielleicht ist die Evaluation der eigenen Wartesituation aber auch eine deutsche Art der philosophischen Betrachtung des eigenen Seinszustandes. Vielleicht sind wir Deutschen aber auch einfach echt lahm.

Doch zurück zum Thema, ich will ja hier auch einen informativen Bericht abliefern. Und so. Ich habe also, um es kurz zu machen, ein bisschen die Faust in der Tasche gemacht und ein bis zwölf Euronen gezahlt, um einen Minibus bis zum Wanderwegeingang des Vesuvs zu nehmen. Das wäre bei der Strecke auch alles sein Geld wert gewesen, wenn der Fahrer uns nicht eine genaue Abfahrtszeit gegeben hätte, die tendenziell eher für Kurzstreckenolympioniken berechnet wurde. Das habe ich aber erst gemerkt, als ich oben auf dem Vesuv angekommen war und – ich gebe es zu – bei dem Wahnsinnsausblick den Blick auf meine Uhr vielleicht nicht mehr so hinbekommen habe. Hinunter bin ich dann gejoggt. Für mich immerhin weniger schnappatmungauslösend als für das ältere Ehepaar aus meinem Bus, das wohl auch zu lang in die Weite gestarrt hat. Der Ausblick ist nämlich wirklich scharf. Der Vulkankrater an sich ist natürlich genauso beeindruckend, das aber vor allem durch seine Dimension. Man braucht schon viel Vorstellungskraft, um sich auszumalen, dass dieses große dreckige Loch (das auch eine Kiesgrube in Erftstadt-Erp sein könnte) tatsächlich unter seiner Oberfläche noch ordentlich brodelt. Mit ein bisschen Augenzwinkern ziehe ich deshalb mein Fazit zum Vesuv: Drecksloch mit Aussicht. Aber mit was für einer!





Nächste Station: Pompeji. Und ich glaube, andere Touristen haben mich an keinem Ort weniger gestört als dort. Denn Pompeji ist gigantisch. So riesig, dass sich sofort alles verläuft und man viele Straßen nahezu allein bewandern kann. Und herumzuwandern und selbst zu entdecken, das ist in Pompeji eine wunderbare Sache. Ich will gar nicht zu viele Einzelheiten loswerden, aber es ist schon beeindruckend zu sehen, in welchen Ausmaßen und in welcher Modernität die Menschen hier damals lebten. Die langen Straßenzüge, die dich Richtung Horizont tragen, die detaillierten Mosaikbilder oder Malereien, die hier und dort noch zu sehen sind, die Überbleibsel von „Street Food“- Geschäften und Theatern – all das hat mich beinahe mehr fasziniert als die Abgüsse der verschütteten Bewohner Pompejis. Pompeji ist ein Ort, in dem man sich auf wunderbare Weise verlieren kann. Man sagt, man soll etwa 3 bis 4 Stunden für den Besuch einplanen. Ich glaube, ich habe gute 5 Stunden dort verbracht und war eine der letzten, die das Gelände verlassen hat. Einfach wunderbar.





Ein sehr subtiler Hinweis im Straßenpflaster auf den nächstgelegenen Puff

Eine Führung habe ich übrigens nicht gemacht. Mein Tipp: Ladet Euch für Euren Besuch einen Podcast herunter oder eine App oder wie auch immer und lasst euch bei euren Streifzügen so berieseln. So bekommt man auch einen ganzen Haufen Informationen und einen ungefähren Anhaltspunkt für den Spazierweg, aber bleibt unabhängig. Pause, Rückspulen, Vorspulen, Weiter. Tippi Toppi.

Abends habe ich dann wieder gemerkt: Inzwischen habe ich mich so an mein Leben in Berlin gewöhnt, dass es für mich ganz normal ist, an jedem Wochentag überall alles bekommen zu können. Ich hatte bei all den Eindrücken des Tages vergessen, dass ich auch etwas essen sollte. Und dass die Beschaffung von Essbarem an einem Sonntagabend durchaus problematisch werden könnte. Ein großes Danke sende ich deshalb an mein wunderbares Hostel in Neapel (La Controra), denn: ABENDPROGRAMM! Zur italienischen Komödie auf der Leinwand im Garten des Hostels gab es Happy Hour mit Getränk von der Bar und PASTA PASTA PASTA!

Und so endete der Abend mit einem beginnendem Muskelkater des Todes, einem vollen Bauch, einem lustigen Kopf und viel Vorfreude auf die nächste Station: Die Amalfiküste! Was ich dort so getrieben habe, erzähle ich euch dann beim nächsten Mal.


A presto!


Rieke


Dienstag, 28. April 2015

Neapel - Eine Liebe auf den zweiten Blick


Ciao!

Heute also endlich mein Bericht zu Neapel! Letzte Woche habe ich ein paar Tage in dieser trubeligen, unglaublich lebendigen Stadt voller Geschichte, Spiritualität und frischer Wäsche in den Fenstern verbracht.

Ich muss gestehen: Die Faszination für Neapel hat mich erst auf den zweiten Blick gepackt. Wenn man von Rom nach Neapel kommt, dann erscheint alles zunächst einmal weniger großzügig und beeindruckend. (Und viele Leute sind gruselig angezogen :D) Und es stimmt, Rom und Neapel lassen sich nicht vergleichen. Doch Neapel hat mich auf den zweiten Blick fast noch ein wenig mehr fasziniert.

Eines der wunderbarsten Dinge, das sich in Neapel ganz von allein ergibt, ist es, sich zu verlaufen. Ich rühme mich normalerweise mit  einem ziemlich guten Orientierungssinn, aber Neapel ist wohl eine Nummer zu groß für mich. Man ist der festen Überzeugung, man habe nur drei Schritte geradeaus getan und stellt fest, dass man 25 Kringel gelaufen und in einem anderen Teil der Stadt gelandet ist. Durch diese Kringel hat man dann allerdings auch urige, geschlängelte Straßenzüge entdeckt, in denen kiloweise frische Wäsche zwischen den Fenstern gespannt hängt, ist mitten in das Straßenfußballturnier kleiner Jungs gelaufen oder konnte durch die kleinen Fenster im Erdgeschoss einen kurzen Blick in die Wohnungen und das Leben im Spanischen Viertel erhaschen.





Während ich mich am ersten Tag einfach ein bisschen durch die Straßen treiben ließ, habe ich mich tags drauf zu einer Free Walking Tour entschieden. Und ich muss sagen: Eine meiner besten Entscheidungen auf meiner bisherigen Reise! Mario, unser Guide, hat es in zwei Stunden geschafft, uns die Liebe der Menschen für ihre Stadt und ihre napolitanischen Eigenheiten ein wenig näher zu bringen und war dabei so erfolgreich, dass danach alle ganz verschossen in Neapel waren. Geholfen hat dabei sicher auch der kulinarische Zwischenstopp bei Fernanda, einer älteren Dame, die im Spanischen Viertel die traditionelle „Pizza Fritta“ in einer winzigen Küche gegenüber ihrer Wohnung zu bereitet.

Mario erklärt uns bei Fernanda (VIA SPERANZELLA) die Geheimnisse des Spanischen Viertels.

Pizza Fritta!!

Neapel ist eine Stadt vieler, vieler paralleler Welten. Das Spannende dabei ist, dass sie wortwörtlich übereinander geschichtet sind. Das Material der Häuser, Tufo, im alten Teil Neapels ist zum Beispiel aus dem Boden darunter geholt worden, weshalb sich im Untergrund nun quasi eine komplette unterirdische Stadt aus Hohlräumen befindet. Diese sind zum Teil zu besichtigen, ansonsten aber gefüllt mit Müll oder wurden von der Mafia als Lager benutzt. Hier sind wir dann auch beim leidigen Thema: Dreck und Kriminalität. Viele Touristen, hat man mir inzwischen erzählt, meiden Neapel aus diesen Gründen. Und ja, diese Vorurteile sind durchaus begründet und für die Bewohner eine ernste Angelegenheit – als reiner Besucher Neapels bekommt man davon allerdings nicht viel mit. Statt fernzubleiben, entscheide ich mich also lieber dafür, den positiven Seiten der Menschen und des Lebens hier ein offenes Ohr und ein waches Auge zu schenken und lausche weiter den Geschichten, wie man sich auch über die Dächer Neapels fortbewegen und Freunden in anderen Häusern Hallo sagen kann.


Aufwändige Häuserfassaden sieht man in Neapel selten - die Straßen im Centro Storico sind viel zu eng dafür. Wert legte man deshalb immer auf imposante Türen und wunderschöne Innenhöfe. Die Schönheit Neapels liegt im Verborgenen. Ein Tipp unseres Guides Mario: Trotzdem gucken. Wenn irgendwo eine Tür offen steht, einfach reinhüpfen. "Better to say sorry than to ask for permission!"



Ich habe es bisher leider noch nicht nach New Orleans geschafft, aber ich glaube, Neapel ist das New Orleans Europas. Tierisch musikalisch, unglaublich emotional und sehr spirituell.  Wahrscheinlich rührt dies von den vielen Einflüssen unterschiedlicher Herrschaftsperioden her, innerhalb derer die Menschen ihren eigenen Zugang zu den Dingen gesucht haben. Und zuletzt, vielleicht ist es auch das: Neapel ist ebenso wie New Orleans den Gefahren der Natur in besonderem Maße ausgesetzt. Denn der Vesuv, um dessen Krater ich so friedlich herummarschiert  bin (Bericht folgt!), ist noch immer aktiv und wird sich höchstwahrscheinlich in den nächsten hundert Jahren bei den Bewohnern lautstark melden. Bis es soweit ist, zucken die aber nur mit den Schultern, beißen in ihre Pizza Fritta und genießen das Leben.





A presto!
Rieke

Donnerstag, 23. April 2015

TOGETHER - Good Vibrations in Rom

Ciao ihr Lieben!

Nachdem meine erste Woche in Rom nun schon ein paar Tage zurück liegt (Und JAA, es geht bald weiter mit meinen Posts - aber ich hole bald auf!), möchte ich euch noch von einer ganz bestimmten Sache erzählen: Meiner Unterkunft! Mein Bauchgefühl, das mich überkam, als ich TOGETHER bei Airbnb entdeckte, hat mich nicht getäuscht. Es hat mich sogar tatsächlich überrascht, WIE gut es war. Ich hatte ein paar wirklich wunderbare Tage in Rom und hätte mir keinen besseren Start in mein Abenteuer wünschen können. Deshalb möchte ich euch ein bisschen mehr von dem Ort erzählen, der für mich nicht einfach ein schöner Platz zum Schlafen war, sondern schon mit meiner Ankunft zu einem Zuhause auf Zeit wurde.


TOGETHER versteht sich als „Cross-inspirational place that feels like home“. Große Worte entpuppen sich ja leider oft als leere Hülsen. Bei TOGETHER ist aber das Gegenteil der Fall, denn die Realität füllt diese ambitionierten Worte noch mehr mit Bedeutung. TOGETHER gibt dir – und sei der Aufenthalt noch so kurz – wirklich das Gefühl eines Zuhauses in der Fremde. Hier leben Kurzzeit- und Langzeitmieter in Trastevere unter zwei Dächern (Mansion und Garden) zusammen. Wer möchte, kann an Workshops teilnehmen, die teilweise von Bewohnern gehalten werden. Und wenn man sein eigenes Wissen teilen möchte, kann man sich einbringen und selbst neue Aktivitäten starten – Yogastunden, Kochkurse, Social Media Workshops – alles ist möglich. Daraus ergibt sich nicht nur für dich ein unvergesslicher Aufenthalt, sondern bereichert auch das kulturelle Leben im Rom der Jungen und Kreativen. Die lokale und die globale Community treffen aufeinander und im besten Fall entsteht dabei eine Atmosphäre, die alle inspiriert, Neues zu probieren. Auch die Architekturführung durch Trastevere, von der ich bereits berichtete, war ein Event von TOGETHER. Leider habe ich Rom dann verlassen, bevor ich an weiteren Aktionen teilnehmen konnte – aber ohnehin war es meist einfach das ungezwungene Treffen zum gemeinsamen Kochen oder Ausgehen auf ein Bier in den Straßen Trasteveres, das den Alltag hier ausmacht.


Ernesto, der Gründer des Projekts ist ein weit gereister Blogger und Youtuber und hat aus Orten wie London oder San Francisco wunderbare Ideen mitgebracht, wie man Menschen zusammenbringt und kreative Ideen zum Leben erweckt. Ende 2013 rief er zusammen mit zwei Freunden das Non-Profit-Projekt TOGETHER ins Leben. Auf 200qm konnten jetzt im „Mansion“-Haus Leute aus aller Welt zusammenkommen. Schon die Vorbereitungen liefen ganz im Spirit des Projektes ab. Auf YouTube hatte Ernesto eine Tour durch das noch leere Apartment gegeben, über sein Vorhaben gesprochen und aufgerufen: „Venite a vivere con me?“(Kommt Ihr bei mir vorbei, um mit mir zu wohnen?) In den nächsten Tagen standen über 70 Menschen quasi vor der Haustür, um bei den Vorbereitungen zu helfen. Im Dezember 2013 konnte es dann losgehen. Seitdem haben viele, viele Gäste ihr Zuhause in Rom gefunden. So viele, dass das „Garden“-Haus angemietet wurde, um noch ein wenig mehr Platz zu schaffen.


Es macht wirklich Spaß zu beobachten, mit wie viel Enthusiasmus er und Michela – seine wunderbare Unterstützung  - das Projekt betreiben. Und dazu sind die beiden einfach zwei ganz famose Charaktere, die ich in kürzester Zeit ins Herz geschlossen habe. Mein nach diesem Text wohl nicht mehr allzu überraschendes Fazit lautet deshalb: Wer Rom besucht, der sollte auch bei TOGETHER vorbeischauen. Mir hat es den Start in mein Abenteuer sehr erleichert und wenn ich bald in den Norden des Landes reise, werde ich definitiv noch einmal einen kurzen Stopp in Rom einlegen!


Noch mehr Infos und vor allem Bilder findet Ihr auf http://www.togethernetwork.org/

Ernestos Profil auf Airbnb mit allen Zimmerangeboten erreicht ihr hier und hier!

A presto, Ihr Lieben, in Kürze gibt es hier den Reisebericht aus NAPOLI!

Rieke

Dienstag, 21. April 2015

Römische Lichter

Ciao ihr Lieben!


Heute einmal ein bilderreicher Post ohne große Worte. Eine ganz simple Sache hat mich in Rom ganz besonders begeistert und mir bei meinen Streifzügen durch die Stadt immer wieder ein Lächeln auf den Gelato-verschmierten Mund gezaubert. Es ist das Licht. Das Licht in Rom bricht sich an den erdfarbenen Häuserwänden, in den kleinen Gassen und an den Mauern der imposanten Kirchen auf eine Weise, wie ich es bisher in keiner anderen Stadt erlebt habe. Ein paar dieser Eindrücke habe ich versucht, für euch einzufangen. Obwohl ich ganz klar sagen muss: Über ein Foto dieses Gefühl zu transportieren ist so gut wie unmöglich - Fahrt nach Rom, Kinder, und schaut sie euch selbst an, diese Lichter!








A presto!

Rieke 

Montag, 20. April 2015

Sprachfitzel zum Mitlernen: Teil 1



Ciao ihr Lieben!

Wie ihr sicher schon gelesen habt, lerne ich gerade Italienisch. In der Praxis bedeutet das zunächst einmal, dass ich versuche, den Weg der Faulheit (nämlich einfach Englisch zu sprechen) links liegen zu lassen und mich permanent aufs Neue ins kalte Wasser zu werfen. Bislang funktioniert das gar nicht mal so schlecht. Die erste Woche bei Together war in jedem Fall eine tolle Übung für mich, um das Sprechen, aber eben auch das Zuhören zu üben. Denn das ist bei dem italienischen Sprachtempo in Lichtgeschwindigkeit gar nicht mal so einfach. Aber es wird, es wird. Und was ich so hier und da aufschnappe, teile ich einfach auch mit euch.

Heute in der Sprachlernecke: Begeisterung ausdrücken oder eben nicht - zwei Basics.

Für rattenscharfe Sachen hier mein Lieblingswort:

FIGO!

Heißt soviel wie cool. Kann dann auch dekliniert werden. Das sag ich jetzt immer. Auch wenn's nicht passt.

Falls mal etwas so gar nicht geht, dann sagt man (natürlich nur umgangssprachlich):

CHE PALLE! oder CHE CAZZO!


Heißt: Was für ein Scheiß!  Das sag ich aber selbstverständlich nie. Nicht mal wenn's passt. ;)


A presto,

Rieke

Samstag, 18. April 2015

Liebste Orte in Rom: Monti


Ciao meine Lieben,

heute einmal ein kleiner Post zu einem Stadtteil, der es mir ein bisschen angetan hat: Monti!
Im letzten Jahr haben meine liebe A. und ich hier einige Stunden unseres Romurlaubs verbracht und uns knalledoll in den Stadtteil verliebt. In dieser Woche habe ich nicht mehr viel Zeit in Monti verbracht, weil es in Rom noch so viele andere Dinge gibt, die ich einmal sehen wollte. Auf einen Abstecher MUSSTE ich aber einfach nochmal durch die gemütlichen Gassen spazieren und dabei habe ich noch die ein oder andere Impression für euch festgehalten.


Für eure grobe Vorstellung: Monti liegt direkt um die Ecke vom Kollosseum und ist der älteste Stadtteil Roms. Früher spelunkig, ärmlich und "rotviertellich" ist die Vergangenheit von Monti heute höchstens noch in der entspannt-dörflichen Aura zu spüren. Meine Selbstbeobachtung an dieser Stelle: mit den ältesten Stadtteilen Roms (auch Trastevere ist einer davon) fühle ich mich irgendwie am meisten verbunden. Monti, zumindest ist das mein Eindruck, ist dabei ein wenig hipper als Trastevere, das genauso jung ist, aber doch einen etwas anderen Charme hat. Den einen oder anderen mag das vielleicht stören, wer, wie ich in Berlin wohnt, dem fällt es vielleicht gar nicht mal auf. Sind wir ja gewöhnt. Ich habe irgendwo gehört, dass Monti und Trastevere seit je her Rivalen sind. Ich finde: Sie sind absolut ebenbürtig. Ich könnte mich jedenfalls nicht entscheiden. Monti ist einfach ein sehr charmantes, entspanntes Fleckchen Erde zum Spazieren, Schlemmen, Bummeln und Genießen.



Meine liebsten Orte in Monti und damit Tipps für euch:

* durch die Via del Boschetto, Via degli Zingari, Via Cimarri oder die Via Panisperna spazieren und in den kleinen Mode- und Schmuckläden schnüwern
* in der Via Leonina bei LA BOCCACCIA eine Pizza "da portar via" kaufen
* und sich danach gemütlich an den Brunnen der PIAZZA DELLA MADONNA DEI MONTI setzen
* gleich nach der Pizza wieder zurück in die Via Leonina, bei CIURI CIURI gibt's wunderbares sizilianisches Gelato und Cannoli...und Gelato mit Cannoligeschmack!
* auch top: Abends ist am Brunnen unglaublich viel los, also kauft euch ein Bier und stürzt euch in den Trubel
* und zuletzt: sich durch die kleinen Seitenstraßen treiben lassen und das einmalige Licht Roms genießen!

Ich hoffe, ihr träumt jetzt auch schon von Monti und habt einen wunderbaren Abend.

A Presto!

RIEKE




Freitag, 17. April 2015

Rieke rennt durch Rom: Der Tag der Kirchen

Ihr Lieben,

woran merkt man, dass man älter wird? Viele Dinge sind nicht mehr so nervig und langweilig, wie man es als Teenie wahrgenommen hat. Dazu gehören zum Beispiel das Wandern in den Bergen, nur einen von zwei Wochenendtagen für Parties zu nutzen und, man glaubt es kaum: Kirchen zu besichtigen. Und ob man nun religiös ist oder nicht, ohne Kirchen geht in Rom nichts. Es ist eben so, als hätte man dort die Essenz der römischen Architektur, Geschichte und Atmosphäre der letzten 2000 Jahre in einer Nussschale eingefangen und ausgestellt. Oder besser: Tausende Nussschalen. Es heißt nicht umsonst, dass „nicht mal der heilige Geist weiß, wie viele Kirchen es in Rom gibt.“

Anfang der Woche habe ich meine erste Solo-Tour dazu genutzt, von einer Kirche zur nächsten zu zockeln. Dabei hatte ich die grandiose Idee, mir das Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel zu sparen und alles zu Fuß zu erledigen. Pilgern quasi. Und, oh boy, was bin ich gepilgert. 

Mit den Kirchen hier ist es übrigens sehr interessant. Jede einzelne vermittelt dir ein vollkommen anderes Gefühl. Manche lassen dich gänzlich kalt, manche bringen dich zum Staunen und eventuell findest du unter ihnen eine, die dich ganz besonders berührt. So erging es mir zumindest. 

Und damit nicht nur ich etwas von meiner Mini-Kirchenpilgerung habe, sondern auch ihr, zeige ich euch hier einmal sieben der vielleicht sehenswertesten Kirchen in Rom. Und ja, der Petersdom fehlt an dieser Stelle. 

Los geht es mit der Tour delle Chiese! 



Eine der ältesten Kirchen in Rom (ca. 400 n. Chr.). Ich habe sie am Abend besucht. Da hatte die blaue Stunde schon einen Dämmerschein über die Lichter in der Kirche gelegt. Und ich glaube, zu keiner anderen Zeit wäre es schöner dort gewesen. Mit ihren goldenen Mosaikfresken umgibt sie – wenn ich mal eben so pathetisch sein darf - eine tiefe Aura der Erhabenheit. Und dass, ohne von Opulenz nur so zu strotzen. Gold eben, nicht Glitzer. 



San Giovanni in Laterano ist wahrscheinlich das komplette Gegenteil. Von der Rückseite durch den Seiteneingang geschlüpft, konnte ich die Ausmaße der Kirche zunächst nicht richtig einschätzen. Innen klappte mir dann die Kinnlade herunter. Das hier ist RIESIG! Besonders beeindruckend: Die imposanten Statuen der zwölf Apostel. Außerdem: überall weißer Marmor, goldene Decken, Mosaikböden und ein fantastisches Licht!



Die einzige gotische Kirche in Rom und deshalb, nun ja, eher düster. Dafür habe ich in keiner anderen Kirche soviel Andächtigkeit unter den Menschen dort erlebt. Irgendwie berührend. Ebenfalls anwesend: Einige begrabene Päpste und Kunstwerke von Michelangelo. 



Direkt um die Ecke: Das Pantheon. Andachtsstimmung kommt hier allerdings so gar nicht auf. Die Massen strömen hinein, zücken den Selfie-Stick und werfen die 360 Grad-Panoramafunktion an. Einmal am Stock im Kreis getanzt, geht’s auch schon wieder hinaus. Architektonisch natürlich wirklich beeindruckend. Historisch sowieso: Hier wurden schon ganz andere Götter angebetet. Welche, ist allerdings umstritten. Und die Piazza, die ist superbe.



In dieser Kirche kann man seinen Augen nicht trauen. Also, wirklich jetzt. Die Malereiarbeiten sind ein einziger Trompe-l’œil Effekt. Perspektivisch gemalt, verschwimmen die Grenzen zwischen Architektur und Malerei. Da steigt der Engel schnell mal aus dem Deckenfresko. Sant’Ignazio ist der Beweis, das gutes Make-Up alles sein kann: Als klar wurde, dass die geplante Kuppel nie gebaut werden würde, hat man ihren Hohlraum einfach als Illusion an die Decke gemalt. Läuft.



Die Santa Maria Maggiore – das lässt der Name schon fast vermuten – ist eine dieser Angeberinnen unter den römischen Kirchen. Riesig. Opulent. Königlich. Nein, sagen wir, kaiserlich. In dieser Kirche stehen außerdem definitiv die schönsten Beichtstühle, die mir in Rom untergekommen sind. Und Wes Anderson hätte hier seine wahre Freude an der Symmetrie.



So, nun kommen wir zu meinem absoluten Liebling. Die Basilica San Clemente hat mich nach dem aufgeregten, trubeligen Wochenende wieder zu mir kommen lassen. Die vergleichweise kleine Kirche ist wunderschön (ich bin absoluter Fan der Mosaike) und irgendwie dennoch zurückgenommen. Genauso der angrenzende Innenhof. Auf den Steinbänken sitzt es sich furchtbar entspannt und nach ein paar Minuten geht jede innere Unruhe flöten. Fotografieren darf man im Innenraum nicht. Vielleicht auch deshalb ein perfekter Ort der Ruhe. Und dazu historisch absolut faszinierend: Unter der Kirche liegen die Ruinen einer der ersten christlichen Kirchen Roms. Und darunter ein mithräischer Tempel. Und das alles lässt sich besichtigen. Für mich der tollste Geheimtipp, um antike Geschichte hautnah zu erleben. Und um durchzuatmen.

Das war es für heute, meine Lieben, ich hoffe, die kleine Tour hat euch gefallen. Heute ist mein letzter Tag in Rom. Die Woche ist vergangen wie im Fluge, was ihr sicherlich an meiner kläglichen Blogdisziplin gemerkt habt. Aber es gab hier einfach so viel zu sehen und zu tun! In den nächsten Tagen werden ich sicher noch einige Eindrücke aus Rom für Euch zusammenschneiden und dann geht's auch schon weiter mit der nächsten Station. Seid gespannt!

A presto,

RIEKE